Der österreichische Fensterhersteller REKORD Fenster erweitert sein Produktportfolio um Kunststoff-Fenster und Terrassentüren. Die neue Produktlinie „Base" richtet sich an Bauherren und Verarbeiter, die energieeffiziente Lösungen zu wettbewerbsfähigen Preisen suchen. Das Unternehmen positioniert sich damit in einem Marktsegment, das durch steigenden Sanierungsbedarf im Bestand und verschärfte Anforderungen an den Wärmedurchgangskoeffizient unter Druck steht.

Kunststoff als strategische Ergänzung

REKORD hat sich bislang vor allem mit Holz- und Holz-Aluminium-Fenstern einen Namen gemacht. Mit dem Einstieg in das Kunststoff-Segment bedient das Unternehmen nun auch preissensible Kundensegmente, die im Neubau oder bei Sanierungsprojekten auf kosteneffiziente Bauelemente setzen. Kunststoff-Fenster dominieren seit Jahren den europäischen Markt, insbesondere in Deutschland und Österreich, wo sie Marktanteile von über 50 Prozent halten.

Die neuen Kunststoff-Fenster von REKORD sind in unterschiedlichen Bauformen verfügbar und decken gängige Anforderungen ab – von einfachen Dreh-Kipp-Elementen bis hin zu Dreifachverglasung für höhere Dämmstandards. Terrassentüren ergänzen das Angebot und sprechen gezielt Objekte an, bei denen bodentiefe Verglasungen und barrierefreie Übergänge gefragt sind.

Wettbewerbsumfeld im Kunststoff-Segment

Im Kunststoff-Fensterbau konkurriert REKORD mit etablierten Systemgebern wie Veka, Rehau und Kömmerling, die mit ihren Profilsystemen den Markt beherrschen. Diese Anbieter beliefern Tausende Verarbeitungsbetriebe in ganz Europa und setzen auf kontinuierliche Weiterentwicklung von Mehrkammer-Profilen, die U-Werte von 0,7 W/m²K und besser ermöglichen.

Für REKORD bedeutet der Einstieg in dieses Segment, sich gegen eine ausgefeilte Systemlandschaft zu behaupten. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen über die reine Produktverfügbarkeit hinaus auch technische Differenzierung, etwa in Detaillösungen bei Anschlagdichtung oder Bodenschwelle, bieten kann. Gerade bei Terrassentüren mit hohen Lasten und Anforderungen an Dichtigkeit und Einbruchschutz trennt sich die Spreu vom Weizen.

Energieeffizienz als Markttreiber

Der Markt für Kunststoff-Fenster wird derzeit vor allem durch energetische Sanierungen im Bestand angetrieben. Verschärfte Vorgaben in Deutschland, Österreich und der Schweiz – etwa durch die GEG-Anforderungen in Deutschland oder die OIB-Richtlinie 6 in Österreich – sorgen dafür, dass alte Einfach- oder Zweifachverglasungen zunehmend ausgetauscht werden müssen.

Kunststoff-Fenster punkten dabei mit einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis: Sie erreichen mit Mehrkammerprofilen und Isolierverglasung zeitgemäße Dämmwerte, sind wartungsarm und lassen sich industriell effizient fertigen. Für Verarbeiter, die große Stückzahlen in Wohnbauprojekten oder geförderten Sanierungen abwickeln, sind diese Faktoren entscheidend.

Terrassentüren im Fokus

Die Integration von Terrassentüren in das neue Sortiment signalisiert, dass REKORD auch den Trend zu großflächigen Verglasungen und fließenden Übergängen zwischen Innen- und Außenraum bedienen will. Hebe-Schiebe-Türen und parallele Schiebe-Kipp-Lösungen sind im gehobenen Wohnbau und bei Modernisierungen gefragt, stoßen aber bei vielen Verarbeitern auf technische Herausforderungen – etwa bei der Montage schwerer Flügel oder der Abdichtung des Sockelbereichs.

Ob REKORD hier mit durchdachten Montagedetails oder vormontierten Elementen punkten kann, wird sich in der Praxis zeigen. Konkurrenten wie Schüco und Reynaers Aluminium setzen in diesem Segment auf modulare Systeme und umfassenden technischen Support für Verarbeiter.

Positionierung zwischen Preis und Qualität

Für REKORD stellt sich die strategische Frage, ob das Unternehmen im Kunststoff-Segment als Vollsortimenter mit breiter Verfügbarkeit oder als Premiumanbieter mit technischen Zusatznutzen auftreten will. Kunststoff-Fenster sind ein Volumensegment, in dem Preisdruck und Effizienz dominieren. Gleichzeitig eröffnen sich durch energetische Sanierungen und geförderte Programme wie BEG-Einzelmaßnahmen in Deutschland oder das Gebäudeprogramm in der Schweiz neue Absatzmöglichkeiten.

Die Konkurrenz schläft nicht: Anbieter wie Internorm oder Weru haben ihre Kunststoff-Sortimente in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut und setzen auf Service, Logistik und Markenbindung. REKORD muss zeigen, dass das neue Angebot nicht nur auf dem Papier konkurrenzfähig ist, sondern auch in der Lieferkette und im Vertrieb funktioniert.

Marktausblick und Verarbeiter-Perspektive

Die Entscheidung, Kunststoff-Fenster und Terrassentüren ins Portfolio aufzunehmen, dürfte REKORD Zugang zu neuen Kundensegmenten verschaffen – insbesondere zu Verarbeitern, die bislang auf spezialisierte Kunststoff-Anbieter setzten. Ob das Unternehmen damit auch im hart umkämpften Online-Handel für Fenster punkten kann, bleibt abzuwarten.

Für Verarbeiter bedeutet das erweiterte Sortiment mehr Auswahl, aber auch die Notwendigkeit, technische Unterschiede zwischen den Systemen genau zu bewerten. In einem Markt, der durch hohe Qualitätsanforderungen und enge Margen geprägt ist, zählt am Ende nicht nur das Produkt, sondern die gesamte Lieferkette – von der Bestellung über die Logistik bis zur Montage vor Ort.

REKORD hat mit der neuen Produktlinie „Base" einen Schritt in ein umsatzstarkes, aber technisch anspruchsvolles Segment gemacht. Die nächsten Monate werden zeigen, wie das Unternehmen das Angebot im Markt etabliert und welche Akzente es im Wettbewerb setzt.

Quellen